Kirche Weitenhagen

Die Dorfkirche in Weitenhagen wird bereits 1280 erwähnt. Der romanische Ziegelbau mit gotischen Elementen stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ein hölzerner Kirchturm wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

1939 legte man die Malereien an den Gewölben aus dem Mittelalter wieder frei. Die Türen des Gestühls versetzte man an die Orgelempore. Gleichzeitig gab die Kirchengemeinde einen Kronleuchter in Auftrag, der sich an schwedischen Vorbildern orientierte.

2009 bis 2011 wurde die Kirche restauriert und vorsichtig mit modernen Elementen ergänzt: Der Altarblock kam in die Mitte des Gebäudes, um das Abendmahl Jesu in einer großen Runde feiern zu können. Entwurf und Ausführung von Altar, Taufstein und Ambo übernahm Diana Obinja aus Berlin. Unter der Leitung von Henry Held aus Stralsund wurde das Gewölbe restauriert und die Farbgestaltung aus dem Mittelalter freigelegt. Ebenso wurde das sog. Schweißtuch der Veronika freigelegt und neu gefasst sowie der Fußboden und das Gestühl erneuert. In einer Nische befindet sich eine Darstellung der Emmaus-Jünger von Thomas Sitte.

Noch einige Details zu Geschichte und Ausstattung:
Die Südsakristei wurde vor 1400, das Kirchenschiff aus Backstein mit Polygonchor um 1400 errichtet. Das Kirchenschiff besitzt ein Kreuzrippengewölbe mit einer Gewölbemalerei aus der Bauzeit. Die Kirche hat zwei- und dreibahnige, mit Ziegelsteinen profilierte Spitzbogenfenster und am Sakristeigiebel einen doppelten Zahnfries mit Blenden. Der Triumphbogen ist in seiner Laibung mit Rankenmalereien verziert. An der Südseite der Kirche ist eine Sonnenuhr eingeritzt. Weiterhin ist unterhalb eines Fensters eine zugemauerte Öffnung erkennbar.

Der Korpus des Kruzifixes wurde um 1500 gefertigt, er weist Reste der ursprünglichen Bemalung sowie eine Dornenkrone aus echten Zweigen auf und ist von Tilman Riemenschneider inspiriert. An der Brüstung der Orgelempore sind Reste des mit Rokoko-Ornamenten bemalten ehemaligen Gestühls zu sehen, die Grisaillemalerei stammt aus dem 18. Jahrhundert. Zwei Grabplatten aus Kalkstein erinnern an Regina Hedewig Catharina Hintze († 1785) und Christina Maria Schmidt († 1828).

Das Backsteinportal aus dem 15. Jahrhundert weist eine korbbogige Durchfahrt und Kreisblenden auf. Auf dem Kirchhof befinden sich drei Birgittenkreuze, die an Birgitta von Schweden erinnern. Auf Grund des fehlenden Turms befindet sich das Geläut außerhalb der Kirche. Aufgehängt ist es in dem aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden und 1988 erneuerten hölzernen Glockenstuhl auf dem Kirchhof. Es besteht aus drei Glocken: Die älteste wurde im Jahr 1803 von J. G. Metzger aus Stralsund gefertigt, die beiden jüngeren stammen aus dem Jahr 1997.